Teiche

Die Teiche und Feuchtwiesen des NABU Meerbachtal *

Durch das Auffüllen der natürlichen Senken, Grundwasserabsenkung und Trockenlegen der „nassen“ Wiesen sind im Meerbachtal fast alle natürlichen Feuchtgebiete verschwunden. Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch ließen sich jedoch nicht so schnell unterkriegen und sind auf Pfützen in ausgefahrenen Wegen ausgewichen. Aber als die Wald- und Feldwege zum besseren Abfahren des Holzeinschlages mit Schotter und Kies immer mehr befestigt wurden, verschwanden auch noch die letzten Laichplätze für die Amphibien.
Daher hat der NABU Meerbachtal seit 1986 fünf kleine Teichanlagen angelegt.
Um Verlandung der Teiche zu verhindern, dürfen diese Teiche nicht direkt von Bächen gespeist werden, sondern durch Regen- und Sickerwasser.

Teich am Höhenweg Anfang Mai 2022
Teich am Höhenweg Anfang Mai 2022 Foto: © klahen

Die Teiche wurden sehr gut angenommen und jedes Jahr schleppen unzählige Erdkrötenweibchen ihre Männchen zu dem Teich, den sie nach dem Larvenstadium verlassen haben. Da bei den Erdkröten meist ein Überschuss an Männchen herrscht, kommt es oft zu erbitterten Kämpfen, wobei mehrere Männchen ein Weibchen umklammern. Es kann sogar vorkommen, dass sie das Weibchen so lange unter Wasser drücken, bis es ertrunken ist. Teilweise bespringen die Männchen in ihrem Liebeswahn sogar einen Konkurrenten. Hat aber ein Männchen alle Nebenbuhler verdrängt, sucht das Weibchen eine geeignete Stelle, um ihren Laich abzulegen. Sie wickelt ihre 3 bis 5 Meter langen geleeartigen Laichschnüre um Wasserpflanzen und Äste, die im Wasser liegen. Die 3000 bis 6000 Eier werden direkt bei der Eiablage vom Männchen befruchtet. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Kaulquappen nach wenigen Tagen und verlassen den Teich nach zwei bis drei Monaten. Wenn sie nach ca. drei Jahren ihre Geschlechtsreife erreicht haben, kehren sie zu ihrem Teich zurück.
Erdkröten können übrigens bis zu 35 Jahre alt werden.

Erdkröte (Bufo bufo) bei der Paarung
Erdkröte (Bufo bufo) bei der Paarung
Foto: Jürgen Schneider
Erdkröte (Bufo bufo) mit Laichschnüren
Erdkröte (Bufo bufo) mit Laichschnüren
Foto: Jürgen Schneider
Kaulquappen der Erdkröte (Bufo bufo)
Kaulquappen der Erdkröte (Bufo bufo)
Foto: © klahen
Laichschnüre der Erdkröte (Bufo bufo) um Schilfrohr gewickelt
Laichschnüre der Erdkröte (Bufo bufo) um Schilfrohr gewickelt Foto: Jürgen Schneider

Ende März, in frostfreien und regnerischen Nächten, kommen die ersten Männchen der Grasfrösche an die Teiche. Wenn dann die Weibchen kommen, bespringen sie diese und derselbe Kampf wie bei den Erdkröten beginnt. Oft kommen die Grasfrösche jedoch schon sehr früh im Jahr und werden von kalten Tagen überrascht, frieren in den Teichen ein und sterben. Im seichten Wasser legen die Weibchen meist einen geleeartigen Laichballen mit 700 bis 4200 Eiern ab. Auch diese werden direkt bei der Ablage vom Männchen befruchtet. Die Kaulquappen der Grasfrösche sind mit ihrer braunen Grundfarbe mit kupfer- bis bronzefarbigen Flecken leicht von den sehr dunklen Kaulquappen der Erdkröten zu unterscheiden. Mitte Juni verlassen die ersten kleinen Grasfrösche das Wasser und kehren nach ihrer Geschlechtsreife (ca. 3 Jahre) wieder zurück.

Grasfrosch (Rana temporaria)
Grasfrosch (Rana temporaria) Foto: Jürgen Schneider
Grasfrosch (Rana temporaria) bei der Paarun
Grasfrosch (Rana temporaria) bei der Paarung
Foto: Jürgen Schneider
Grasfrosch (Rana temporaria). Die Eier werden während des Laichens vom Männchen befruchtet.
Grasfrosch (Rana temporaria). Die Eier werden während des Laichens vom Männchen befruchtet.
Foto: Jürgen Schneider
Laich des Grasfrosches  (Rana temporaria)
Laich des Grasfrosches (Rana temporaria)
Foto: © klahen
Die Kaulquappen des Grasfroschs (Rana temporaria) 
haben eine bräunliche Farbe
Die Kaulquappen des Grasfroschs (Rana temporaria)
haben eine bräunliche Farbe
Foto: Jürgen Schneider
Grasfrosch (Rana temporaria), Metamorphose- von der Kaulquappe zum Frosch
Grasfrosch (Rana temporaria), Metamorphose- von der Kaulquappe zum Frosch
Foto: Jürgen Schneider
Grasfrosch (Rana temporaria), Metamorphose- von der Kaulquappe zum Frosch
Grasfrosch (Rana temporaria), Metamorphose- von der Kaulquappe zum Frosch
Foto: Jürgen Schneider

Ein weiteres Highlight in unseren Teichen ist der Bergmolch. Die „bunten“ Männchen (während der Paarungszeit) mit ihrem leuchtend orange bis orangerot gefärbten Bauch und einem blau-grauen Kamm über dem Rücken sind ein richtiges Schmuckstück gegenüber den grauen, nur leicht gezeichneten Weibchen im Teich. Bei der Paarung im Mai übergibt das Männchen ein Samenpaket (Spermatophore) an das Weibchen, das zu einer inneren Befruchtung führt. Das Weibchen legt ihre 100 bis 350 Eier einzeln an Wassergewächsen, Ästen oder unter Steinen ab. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach 15 bis 30 Tagen. Mit dem Schlupf verfügen die Larven bereits über die vorderen Beine und Kiemen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen den Larven dann die hinteren Extremitäten. Nach insgesamt rund 150 Tagen ist die Entwicklung abgeschlossen und die Jungtiere begeben sich an Land.

Bergmolch-Männchen (Ichthyosaura alpestris)
Bergmolch-Männchen (Ichthyosaura alpestris) Foto: Jürgen Schneider
Bergmolch-Weibchen  (Ichthyosaura alpestris)
Bergmolch-Weibchen (Ichthyosaura alpestris) Foto: Jürgen Schneider
Bergmolch-Männchen  (Ichthyosaura alpestri
Bergmolch-Männchen (Ichthyosaura alpestris) Foto: Jürgen Schneider


Über das Jahr findet man aber auch noch viele andere Arten an den Teichen, z.B. Wasserläufer, die räuberischen Gelbrandkäfer, der u.a. Molchlarven angreift und Libellenlarven, die sich bevorzugt von Kaulquappen ernähren.

Auch dienen die Teiche als Wasserquelle für Vögel und Insekten, wie z.B. Honigbienen, Wildbienen und Libellen.

Die Teiche bedürfen einer jährlichen Pflege durch die NABU-Mitglieder. Um eine Verbuschung zu vermeiden, müssen Hecken zurückgeschnitten und eingetragenes Laub entfernt werden. Um einer Verlandung vorzubeugen, müssen die Teiche auch alle paar Jahre vertieft werden.
Die Teiche werden durch Teichpaten betreut.

Auf den sumpfigen Wiesen stellen sich Sumpfdotterblumen, Scharbockskraut, Buschwindröschen, die Hohe Schlüsselblume und mit etwas Glück auch das Breitblättrige Knabenkraut (Orchidee) ein.

Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
Foto: © klahen
Scharbockskraut (Ficaria verna)
Scharbockskraut (Ficaria verna)
Foto: © klahen
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Foto: © klahen
Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)
Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)
Foto: © klahen
Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) am Teich Hummelscheid
Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) am Teich Hummelscheid Foto: © klahen

* Der obenstehende Text zu den Teichen wurde im Rahmen der NABU-Festschrift 2011 von Jürgen Schneider erstellt und wurde hier in leicht abgeänderter und neu illustrierter Form wiederverwendet (siehe Literaturverzeichnis).

Im folgenden erhalten Sie Informationen zu den fünf vom NABU Meerbachtal gepflegten Teichen:

Teich am Höhenweg

Vom Schönberger Kreuz auf dem Höhenweg kommend, befindet sich der Teich am Weg Richtung Schannenbach/Knoden am Anfang eines Waldstücks auf der rechten Seite.
Der Teich wurde auf einer betonierten Platte angelegt. Er wird durch das vom Waldweg aufgefangene Regenwasser gespeist.
Der Teich wurde 2020 von dem Teichpaten gereinigt, indem Laub und Morast komplett entfernt wurde. Auch wurde der Wasserzulauf verbessert.
2022 findet man die Erdkröte und den Bergmolch im Teich.

Die Geo-Daten für das Navi sind Nord/Ost: 49.6906011, 8.6767768

NABU-Teich am Höhenweg im Gronau Ende März 2022 Foto: © klahen
NABU-Teich am Höhenweg im Gronau Ende März 2022 Foto: © klahen
Teich am Höhenweg vor der Sanierung im Sommer 2020 - Laubeintrag sorgt für Verschlammung
Teich am Höhenweg vor der Sanierung im Sommer 2020 – Laubeintrag sorgt für Verschlammung Foto: © klahen
Teich am Höhenweg nach der Sanierung  im Sommer 2020
Teich am Höhenweg nach der Sanierung im Sommer 2020 Foto: © klahen
Wasserzulauf vom Waldweg zum Teich am Höhenweg nach der Sanierung im Sommer 2020
Wasserzulauf vom Waldweg zum Teich am Höhenweg nach der Sanierung im Sommer 2020 Foto: © klahen

Teich Hummelscheid

Der Teich Hummelscheid befindet sich an der Märkerwaldstraße etwa 300 m hinter dem Ortsausgang von Gronau in Richtung Märkerwald auf der linken Seite bei dem Wendeplatz.
Es handelt sich um zwei kleine Teiche. Die Teiche werden durch Regenwasser und Sickerwasser von einem kleinen Bach westlich der Teiche gespeist.
Die Teiche wurden 2022 grundlegend gereinigt und werden von einem Teichpaten betreut.
Hier sind u.a. Erdkröte, Grasfrosch und der Bergmolch zu Hause.
Auf der Wiese findet man Sumpfdotterblume, Wiesen-Schaumkraut, Herbstzeitlose und die seltene Orchidee Breitblättriges Knabenkraut.

Die Geo-Daten für das Navi sind Nord/Ost: 49.6893574, 8.6857928

Teich Hummelscheid nach der Pflegemaßnahme im Frühjahr 2022
Teich Hummelscheid nach der Pflegemaßnahme im Frühjahr 2022
Foto: © klahen
Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) am Teich Hummelscheid
Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) am Teich Hummelscheid Foto: © klahen
Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) am Teich Hummelscheid
Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) am Teich Hummelscheid Foto: © klahen
Vorderer Teich Hummelscheid mit Wiese Mitte April 2022
Vorderer Teich Hummelscheid mit Wiese Mitte April 2022 Foto: Jürgen Schneider

Teich Rehklingen

Der Teich Rehklingen befindet sich in Gronau. An der Märkerwaldstraße, etwa 500 m hinter dem Ortsausgang in Richtung Märkerwald befindet sich auf der linken Seite eine alte Wegmarke aus Sandstein. Dort biegt man links ab und folgt dem Waldweg für 300 m. Die Teiche befinden sich dann auf der rechten Seite des Wegs.
Es handelt sich um zwei kleine schilfbestandene Teiche, wobei der kleinere nur bei hohen Niederschlägen Wasser führt. Die Teiche werden durch Regenwasser und Sickerwasser vom vorbeifließenden „Bach an den Rehklingen“ gespeist.
Die Teiche werden von einem Teichpaten betreut.
U.a. findet man hier Erdkröte, Grasfrosch und den Bergmolch.
Auf der Wiese findet man schon im zeitigen Frühjahr Scharbockskraut, Buschwindröschen und die Hohe Schlüsselblume.

Die Geo-Daten für das Navi sind Nord/Ost: 49.6913366, 8.6916919

Teich Rehklingen in Gronau  - Ende März
Teich Rehklingen in Gronau – Ende März Foto: © klahen
Erdkröte (Bufo bufo) bei der Paarung
Erdkröte (Bufo bufo) bei der Paarung Foto: © klahen
Kaulquappen des Grasfrosches  (Rana temporaria)
Kaulquappen des Grasfrosches (Rana temporaria) Foto: © klahen
An dieser Wegmarke (Sandsteinblock)  ist der Abzweig von der Märkerwaldstraße zum Teich Rehklingen
An dieser Wegmarke (Sandsteinblock) ist der Abzweig von der Märkerwaldstraße zum Teich Rehklingen Foto: © klahen

Teich Saubach

Der Teich Saubach befindet bei Gronau im Märkerwald, ca. 350 m vom Kleinen Felsenmeer entfernt und links nahe dem Wanderweg Nr. 2 gelegen. Ausgangspunkt ist der Naturparkplatz Märkerwald.
Der einzelne Teich auf einer Feuchtwiese in der Nähe des Saubach wurde 1989 von NABU-Mitgliedern ausgebaggert. Der Teich wird durch Regenwasser und Sickerwasser vom vorbeifließenden Saubach gespeist.
U.a. findet man hier Erdkröte und Grasfrosch und Bergmolch.
Auf der Wiese findet man u.a. die Sumpfdotterblume und die typische Vegetation einer solchen Feuchtwiese.

Die Geo-Daten für das Navi sind Nord/Ost: 49.6799200, 8.6906850

Teich Saubach mit Feuchtwiese
Teich Saubach mit Feuchtwiese Foto: © klahen
Teich Saubach im März 2018
Teich Saubach im März 2018
Foto: Jürgen Schneider
Teich Saubach im Märkerwald nach der Reinigung im Frühjahr 2022
Teich Saubach im Märkerwald nach der Reinigung im Frühjahr 2022 Foto: Jürgen Schneider
Teich Saubach wird am 19.08.1989 ausgebaggert.
Teich Saubach wird am 19.08.1989 ausgebaggert.
Foto: Jürgen Schneider

Teich im Märkerwald

Der Teich befindet in bei Gronau im Märkerwald, er ist nicht unmittelbar über einen Waldweg zu erreichen. Da es sich um ein unberührtes Stück Natur handelt, wird hier keine exakte Ortsbschreibung angegeben.
Der Teich wird von einem Teichpaten betreut.

Teich im Steinbruch im Märkerwald
Teich im Steinbruch im Märkerwald
Foto: Jürgen Schneider

Literaturverzeichnis:
Jürgen Schneider 2011. Unsere Teiche und Feuchtwiesen. Artikel aus: NABU Meerbachtal 25 Jahre Naturschutz in unserem Tal. 1. Auflage. NABU Meerbachtal

Autor: klahen 05/2022